Climate-Star Auszeichnung 2004: Klimaschutz in der Praxis


Climate Star 2004 Stetteldorf am Wagram wurde am 25. Februar 2005 für ihr Projekt CO2-Reduktion durch Fernwärme mit Biomasse prämiert. Beeindruckend: Der kleinste Preisträger kam mit der größten Delegation!

In Baden bei Wien wurden europäische Städte für ihr Engagement im Klimaschutz mit dem Climate-Star 2004 geehrt, darunter auch Stetteldorf am Wagram. Über 200 Kommunen aus 17 Ländern hatten sich mit ihren Projekten für die Auszeichnung beworben, mit der das Klimabündnis, das europäische Städtenetzwerk zum Klimaschutz, Erfahrungen und Erfolge dokumentieren und auf die wichtige Rolle der Kommunen für die Reduktion von Treibhausgasemissionen aufmerksam machen will.


Die ganze Welt spricht über den Klimawandel – aber wie sieht Klimaschutz in der Praxis aus? Wo sind Ansatzpunkte, wo sind neue Ideen gefragt, welche Hürden sind zu überwinden? Der Klima-Bündnis als europaweites Netzwerk aus über 1200 Städten und Gemeinden, sieht gerade die Kommunen als bürgernahe Ebene mit Vorbildfunktion als Schaltstelle, wenn es darum geht, Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. "Für die dezentrale Nutzung erneuerbarer Energien spielen die Kommunen eine entscheidende Rolle. Wenn sie ihre Möglichkeiten ausnutzen und in umfassende Klimaschutzprogramme integrieren, dann können Städte und Gemeinden gegen den globalen Klimawandel wirklich etwas ausrichten”, ist Geschäftsführerin Gotelind Alber überzeugt.

Bereits zum zweiten Mal lud das Netzwerk alle europäischen Städte, Gemeinden und Landkreise ein, ihre erfolgreichsten Klimaschutzprojekte zu präsentieren und sich um einen Climate Star zu bewerben. 22 Städte aus 17 europäischen Ländern nahmen die Auszeichnung heute in Baden bei Wien im Rahmen einer festlichen Veranstaltung entgegen. Auch Stetteldorf am Wagram wurde für ihr Projekt CO2-Reduktion durch Fernwärme aus Biomasse mit dem Climate Star ausgezeichnet.

Wärme aus Stroh

Fernwärme Stetteldorf am WagramDie kleine Marktgemeinde in Niederösterreich leistet Pionierarbeit in Sachen Biomasse: Seit 1994 verbrennt das Biomasse-Fernheizwerk Stroh. Heute sind bereits weit über 200 Haushalte und öffentliche Gebäude angeschlossen. Die Effekte sind in mehrerer Hinsicht positiv. So konnte der CO2-Ausstoß deutlich verringert werden, das sensible Mikroklima im Winter hat sich deutlich verbessert und es entstanden Arbeitsplätze und Zuverdienstmöglichkeiten für Landwirte.

Bürgermeister Josef TRABAUER:
“Klimaschutz bedeutet die Erhaltung und Verbesserung unserer Lebensqualität. Durch sorgsamen Umgang mit knappen Ressourcen und Förderung erneuerbarer Energien sichern wir uns ein Stück Unabhängigkeit und können außerdem einen kleinen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten. Mit unserem Biomasse Fernheizwerk haben wir bewiesen, dass das Engagement für nachwachsende Rohstoffe wirtschaftlich sinnvoll ist”.

Der Climate Star 2004 stellt die erneuerbaren Energien – Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie – in den Mittelpunkt. Die ausgezeichneten Projekte reichten von der Solarnutzung im sozialen Wohnungsbau über den Biomasseeinsatz in der Großstadt bis zur umweltschonenden Wasserkraft. Bei der Bewertung spielte neben Innovationsgehalt, Effektivität und Kosteneffizienz der Projekte auch eine Rolle, inwieweit diese in umfassende Klimaschutzstrategie der Gemeinde eingebunden sind. Neben Stetteldorf am Wagram erhielten auch Projekte aus Deutschland, Belgien, Griechenland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Slowakei, Schweiz, und Ungarn prämiert

Die Auswahl erfolgte durch eine vierköpfige Fachjury. Oliver Wagner vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie haben vor allem die pfiffigen Ideen kleinerer Kommunen beeindruckt: “Sie zeugen oft von besonders großem Engagement und lokaler Verbundenheit”. Dr. Stefan Schleicher, Professor an der Universität Graz und Mitglied des Österreichischen Klimabeirats, stimmt der Wettbewerb optimistisch “ Es wird deutlich, dass wir nicht nur auf die mühsamen Verhandlungen in den politischen Gremien angewiesen sind, weil nämlich die lokalen Initiativen die Klimapolitik tragen”. Auch Pirita Lindholm vom Rat der europäischen Gemeinden und Regionen (CEMR) und Karla Schoeters, Direktorin des Climate Action Network Europe waren von den vielen innovativen Projekten beeindruckt und sehen in den Klimaschutz-Bemühungen der Städte ein wichtiges Signal für die nationale Politik.

Über den Climate-Star

Climate Star 2004Der Climate Star 2004 stellt die erneuerbaren Energien – Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie – in den Mittelpunkt. Die Städte waren aufgerufen, ein beispielhaftes Klimaschutzprojekt aus diesem Bereich zu präsentieren und zu dokumentieren, inwieweit sie ihre gesamten Handlungsmöglichkeiten im Klimaschutz ausnutzen. Dazu war die Climate-Star Checkliste vorgegeben, die zeigt, wie umfassend die Klimaschutzstrategie der Stadt ist, wo die Schwerpunkte der Aktivitäten liegen und ob sich Erfolge wie eine Verringerung der CO2 Emissionen nachweisen lassen.

Die Wertung erfolgte in drei Kategorien: kleine Städte bis 10 000 EinwohnerInnen, mittlere Städte bis 100 000 EinwohnerInnen und große Städte mit über 100 000 EinwohnerInnen. 62 Einreichungen, die eine Mindestzahl von Punkten in der Checkliste erreicht hatten, kamen in die engere Wahl. Die Kriterien: Beitrag zum Klimaschutz, Effektivität, Kosteneffizienz, Innovationsgehalt, Ausstrahlung und Übertragbarkeit der Projekte.



Team Stetteldorf am Wagram